Basel II
geht alle an!
Hinter
Basel II verbirgt sich – vereinfacht ausgedrückt – die Einschätzung von Kreditnehmern
aus der Sicht der Banken und stellt ein Benotungssystem dar. Je besser die
Note, um so besser der Kreditnehmer, je schlechter die Note, um so schlechter
der Kreditnehmer.
Der
gut benotete Kreditnehmer wird belohnt; er bekommt überhaupt Kredite und diese
auch noch sehr günstig, der schlecht benotete Kreditnehmer bekommt vielleicht
gar keinen Kredit mehr und wenn doch, dann mit hohen Zinsen. Also wieder einmal
ein Verfahren, was die Starken begünstigt und die Schwachen noch schwächer
macht.
Kreditnehmer
haben bisher ihre Finanzierungsgeschäfte mit ihren Banken auf einer ganz
anderen Basis abgewickelt: Der Kontakt zu dem Bänker war das Wichtigste, ihn
auf seiner Seite zu haben, bedeutete viel. Er war dann Fürsprecher, der Kredit
war so gut wie genehmigt. Gerade in kleineren Gemeinden war es nicht unüblich,
am Stammtisch die Kreditbedingungen auszuhandeln. Das ist jedoch Vergangenheit!
Bereits
seit 1988 müssen Kreditinstitute ihre Kredite nach einem Ratingverfahren
vergeben. Ein in Basel ansässiger Ausschuss für Bankenaufsicht gab vor, nach
welchen Verfahren Kreditinstitute ihre Kunden prüfen müssen – Basel I war
geboren. Dennoch: Viel änderte sich nicht, Basel I kann als harmlos eingestuft
werden.
Vor
dem Hintergrund der Turbulenzen, die das Finanzsystem Ende der 90er Jahre
erlebte, wurde daher eine angemessene Erfassung der Risiken im Bankgeschäft
gefordert. Der Ausschuss in Basel trat zusammen und entwickelte die „Neue
Baseler Eigenkapitalvereinbarung“, kurz Basel II genannt. Vorbei die gute alte
Zeit, der Standard nach Basel II ist für Anfang 2006 vorgesehen.
Wer
nun meint, bis 2006 ist noch viel Zeit, irrt. Wenn das Kreditgeschäft ab 2006
auf Basel II abzustellen ist, bedeutet dies, bis dahin die Weichen zu stellen.
Basel
II stellt auf die Eigenkapitalquote der Kreditnehmer ab. Doch wie sieht die zur
Zeit aus? Die meisten Kreditnehmer verfügen lediglich über eine dünne Eigenkapitaldecke.
Basel II greift hier hart durch. Es ist zu erwarten, dass heute bestehende
Kredite, die verlängert werden müssen – was nichts anderes bedeutet als eine
Neuvergabe – dann nicht mehr verlängert werden können, da der Kreditnehmer,
der bisher die Voraussetzungen nach Basel I erfüllte, die nach Basel II nicht
mehr erfüllt. Folge: Der Kredit wird nicht mehr verlängert oder der Zinssatz
steigt.
Deshalb geht Basel II fast jeden an: Der Kreditnehmer, der
nur einen Kontokorrentkredit hat ist genauso davon betroffen wie der mit
zahlreichen Krediten. Allein die Streichung eines Kontokorrentkredites dürfte
den meisten Kreditnehmern, in der Regel Unternehmern, das Genick brechen.
Vorbeugen
ist angesagt: Wenn erst die Bank feststellt, dass die Eigenkapitaldecke des
Kreditnehmers zu dünn ist, ist es bereits zu spät. Es gilt, ab heute dafür zu
sorgen, dass die Voraussetzungen erreicht werden.
Dazu
ist es jedoch erforderlich, zu wissen, wie man dasteht. Ein externes Rating ist
angesagt. Dieses deckt die Schwachstellen auf und ein Gegenlenken kann vorgenommen
werden.
Das
externe Rating kann aber auch Vorteile bringen, wenn dadurch festgestellt wird,
das die Voraussetzungen nach Basel II erfüllt sind, bzw. eine gute Benotung
erreicht wird. Kreditplanungen können vorgenommen werden, das Gespräch mit der
Bank muss nicht gefürchtet werden.
In
Zusammenarbeit mit der Triacon Unternehmens- und Subventionsberatung GmbH,
Berlin, bieten wir als Dienstleistung ein Rating nach Basel II an. Die
Berechnung erfolgt über EDV-Programme, die auch von Banken eingesetzt werden,
um sicherzustellen, keine abweichenden Ergebnisse zu erzielen.
Ihr
Ansprechpartner:
Herr Güttner
030/89775522